| Nachhaltigkeit
Condia definiert unter Nachhaltigkeit in ihren Geschäftsbereichen nachhaltige Beratung (Projekte) und sustainable Coaching. Definition Entwicklung, kurz: Nachhaltigkeit- durch den Bericht der Brundtland-Kommission »Unsere gemeinsame Zukunft«. Dieser knüpft an die Umwelt- und Entwicklungsdiskussion der späten 60er- und frühen 70er-Jahre an, die ihren Niederschlag u. a. im Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und im ersten Report des Club of Rome (Grenzen des Wachstums) fand (Auszug aus dem "Brockhaus", 2005). Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung 1987 World Commission on Environment and Development
festgeschrieben im Brundtland-Report : Nachhaltigkeit ist ihrem Ursprung nach ein forstwirtschaftlicher
Begriff und hat hier auch heute noch eine zentrale
Bedeutung. Kein anderer relevanter Wirtschaftszweig
hat sich über Jahrhunderte unter dabei wechselndem
Zeitgeist ähnlich zielführend mit Blick
auf die Bedürfnisse kommender Generationen verhalten.
Dies spiegelt sich auch im heutigen Selbstverständnis
der Forstwirtschaft wider, wird aber zum Teil auch
idealisiert. Geschichte In vielen Regionen Mitteleuropas, besonders solchen mit einer ausgeprägten Bergbau- und Montantradition, wurden die Kapazitäten der Wälder schon im späten Mittelalter überschritten und deren Begrenztheit deutlich. Erst aus diesem Kontext bildete sich regional die eigentliche Forstwirtschaft heraus und löste hier die bis dahin vorherrschende unkontrollierte Ausbeutung der Wälder ab.
Titelblatt der Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht von 1713 Erstmals wurde Nachhaltigkeit 1713 vor dem Hintergrund einer zunehmenden überregionalen Holznot von Hans Carl von Carlowitz (1645-1714), dem Oberberghauptmann in Kursachsen, postuliert: „Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse (im Sinne von Wesen, Dasein, d. Verf.) nicht bleiben mag.“ (S. 105-106 in der „Sylvicultura Oeconomica“). Zur Durchsetzung des Nachhaltigkeitsbegriffes in der Forstwirtschaft trug auch Georg Ludwig Hartig entscheidend bei. Er schrieb: „Unter allen Bemühungen des Forstwirts ist wohl keine wichtiger und verdienstlicher, als die Nachzucht des Holzes, oder die Erziehung junger Wälder, weil dadurch die jährliche Holzabgabe wieder ersezt, und dem Wald eine ewige Dauer verschaft werden muss.“ („Anweisung zur Holzzucht für Förster“, Marburg 1791, Einleitung S. V) und betonte später: „Es läßt sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken und erwarten, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit berechnet ist. Jede weise Forstdirektion muss daher die Waldungen [...] so hoch als möglich, doch so zu benutzen suchen, daß die Nachkommenschaft wenigstens ebensoviel Vorteil daraus ziehen kann, wie sich die jetzt lebende Generation zueignet.“ („Anweisung zur Taxation der Forste oder zur Bestimmung des Holzertrags der Wälder“, Auflage von 1804)
Georg Ludwig Hartig, einer der Begründer der Forstwissenschaft Ursprünglich war Nachhaltigkeit ein rein wirtschaftliches Prinzip zur dauerhaften Sicherung kontinuierlicher Holzlieferungen für die darauf angewiesenen Montanbetriebe. Von Carlowitz erkannte aber bereits die ethischen und ästhetischen Werte des Waldes. Ein weiterer Verfechter des nachhaltigen Waldbaus war Heinrich Cotta. Im Laufe des 19. Jahrhunderts und bis zu den 1920er Jahren wurde der Begriff über die reine Massennachhaltigkeit hinaus erweitert - beispielsweise in den Forderungen von Karl Gayer (1882), von Alfred Möller (1923) in „Wald als Organismus“ und Hans Lemme (1939). Franz Heske übertrug den forstlichen Nachhaltigkeitsgedanken in den 1950er-Jahren auch auf andere Bereiche des menschlichen Lebens und entwickelte daraus die Philosophie der Organik. Die Helsinki-Resolution (1993) definiert in modernen Begriffen die nachhaltige Waldwirtschaft als „die Behandlung und Nutzung von Wäldern
auf eine Weise und in einem Ausmaß, das deren
biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit,
Vitalität sowie deren Fähigkeit, die relevanten
ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen
gegenwärtig und in der Zukunft auf lokaler, nationaler
und globaler Ebene zu erfüllen gewährleistet,
ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.“
Neben der eher technisch-organisatorischen »Effizienzrevolution« ist ein grundlegender Wandel der Produktions- und Konsumgewohnheiten erforderlich. Dieser Wandel hat mittel- bis langfristig eine tief greifende Änderung von Wertvorstellungen sowohl zur Folge wie auch zur Voraussetzung. Während »Effizienz« für die technisch-organisatorische Dimension eines Übergangs zur Nachhaltigkeit steht, bietet sich »Suffizienz« als Begriff für die soziokulturelle Dimension an. »Suffizient« bedeutet »ausreichend«, Natürlich hängt dies von den Wertvorstellungen ab, mit denen »Wohlstand« und »ausreichend« definiert wird. Der erste Schritt ist aber auf jeden Fall, um mit Erich Fromm zu sprechen, vom »Haben« um des Habens willen zum »Sein«, zum Wohlfühlen zu gelangen. Suffizienz bedeutet Effizienz auf einer höheren Ebene: Während die Effizienzperspektive das Verhältnis zwischen wirtschaftlichem Input und Output in den Blick nimmt, steht bei der Suffizienzperspektive das Verhältnis zwischen wirtschaftlichem Output und gesellschaftlichem Wohlstand zur Debatte. Der permanente Konsumismus führt uns dies täglich vor Augen: Es wird zwar immer mehr gearbeitet, um sich immer mehr leisten zu können, aber es bleibt immer weniger Zeit, die Dinge zu genießen. Wachsende Produktivität steht sinkendem gelebtem Wohlfühlen entgegen. Ein positiver Ansatz in die Richtung zunehmender Suffizienz ist beispielsweise die seit Mitte der 1990er-Jahre weltweit zu verzeichnende Abkehr vieler Konsumenten vom »Fast Food«. Die Einspareffekte durch erhöhte Ressourceneffizienz können also durch das Wachstum der Gütermenge oder ihren verstärkten, unreflektierten Gebrauch »aufgefressen« werden. Gelang es beispielsweise der Automobilindustrie in den vergangenen Jahrzehnten, den Energieverbrauch eines Autos erheblich zu senken, so wurde dies durch immer mehr sowie immer größere, immer häufiger und immer schneller fahrende Autos mehr als ausgeglichen. Dies ist nur einer der Gründe dafür, dass eine zukunftsfähige Entwicklung nur in der Kombination von Effizienz und Suffizienz erreicht werden kann. Nur wenn wir die Produkte suffizient nutzen, kann die Effizienzsteigerung der Umwelt zugute kommen! 2. Wirtschaftswissenschaftliche Anknüpfungspunkte Ein grundlegendes Problem der Nachhaltigkeit ist ihre fehlende allgemein akzeptierte Operationalisierung: Weder ist es einfach, die Natur- und Umweltwirkungen zu quantifizieren, noch gibt es allgemein anerkannte Indikatoren für ökologisches Wirtschaften. > Die neoklassische Denkschule geht von der »schwachen Nachhaltigkeit« aus, d.h., dass ein schwindendes Naturkapital (Umweltschäden, schrumpfende Ressourcen) für künftige Generationen hinnehmbar ist, wenn dafür ein gleichwertiger Ersatz an produktivem Potenzial geschaffen wird (etwa in Form von Wissen und technischen Anlagen). > Dagegen vertreten die Anhänger einer ökologischen Ökonomie die »starke Nachhaltigkeit«: Der Ersatz von Natur- und Humankapital ist nur begrenzt möglich, weil nachhaltiges Wirtschaften nicht auf einen bestimmten kritischen Kapitalstock an Naturvermögen verzichten kann, v.a. die überlebenswichtigen Ökosysteme. Differenzen bestehen auch in der Frage, wie künftig auftretende Umweltschäden bzw. Ressourcenknappheiten zu bewerten sind. 3. Nachhaltigkeit für die Zukunft Der politische Erfolg des Nachhaltigkeitsgedankens für die industrielle Wirtschaft insgesamt beruht weitgehend auf derselben Mehrdeutigkeit, die er bereits in der Waldwirtschaft hatte. Zwar läge auch in der Nachhaltigkeit im anthropozentrischen Verständnis schon ein Fortschritt gegenüber der derzeitigen Wirtschaftsweise, der natürlichen Mitwelt aber und dem Ganzen der Natur wäre damit allenfalls sehr partiell gedient. Um nicht nur auf die menschliche Nachwelt Rücksicht zu nehmen, käme es darauf an, die Ordnungen des menschlichen Verhaltens wieder mit denen der Natur in Einklang zu bringen, also nicht anthropozentrisch, sondern physiozentrisch zu wirtschaften. |



